Geschichtsblatt

Titelbild EG 2010

Geschichtsblatt Nr. 120 (2021)

Das Eberbacher Geschichtsblatt wurde 1901 unter Altbürgermeister Dr. John Gustav Weiss begründet. Die diesjährige 120. Ausgabe ist sehr vielfältig und entstand unter der erstmaligen Federführung von Stadt- und Verbundarchivar Dr. Marius Golgath, der die Schriftleitung im November 2020 übernahm.  Er ist damit der siebte Schriftleiter, der die wichtige Tradition fortführt und weiterentwickelt.
Es ist erfreulich, dass das aktuelle Geschichtsblatt insgesamt 14 Artikel von 13 Autoren umfasst. Im Mittelpunkt stehen die Beiträge zu den Künstlern Theodore Conrath und Hanna Breidinger-Spohr. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Jubiläen und Jahrestage, darunter sind die Vereinsjubiläen des Turnvereins Eberbach und MGV Liederkranz Eberbach besonders hervorzuheben, die erfreulicherweise ihre Historie im Geschichtsblatt veröffentlichen. Das Titelbild mit den fünf Abbildungen greift weitere Schwerpunktthemen auf, da der Stolperstein an die Aufarbeitung der lokalen NS-Zeit anknüpft.

Bürgermeister Peter Reichert leitet das Geschichtsblatt mit seiner Neujahrs-Präsentation ein, da der Neujahrsempfang 2021 coronabedingt ausfallen musste. Er verdeutlicht, dass trotz der Pandemie zahlreiche kommunalpolitische Projekte umgesetzt oder in Angriff genommen werden konnten, wie beispielsweise die Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses, die Eröffnung des Waldkindergartens, der Breitbrandausbau und der Grünrahmenplan des „Ohrsbergs“, um nur einige Punkte zu nennen.

Heimat und Herkunft erfahrbar zu machen ist das Fundament für die Zukunft. Dies gelingt dem amerikanischen Schriftsteller Jared Beasley in seinem Beitrag über den mit Eberbach in Verbindung stehenden Maler Theodore Conrath aus Hebron (North Dakota), der es in der New Yorker Kunstszene zu Ansehen brachte, aber nach seinem Tode 1995 in Vergessenheit geriet. Jared Beasley stellt dessen spannende Lebensgeschichte in seinem unverwechselbaren literarischen Stil erstmals der deutschen Öffentlichkeit vor. Er schrieb über den Zufallsfund eines Bildes von Theodore Conrath in einem Second-Handladen: „Ich fand mich an unwahrscheinlichsten Plätzen „gefangen“, fasziniert von einem dramatischen Kunstwerk das scheinbar nicht an Ort und Zeit gebunden war. Sobald ich in das Geschäft eintrat, zog es mich in seinen Bann. Das große beunruhigende Bild, das oben auf einem stark abgenutzten Schrank stand, symbolisierte ein „Gefecht“ aus Dunkelheit und Licht. Wirbelnd in einem abstrakten Strudel aus Farbe und Emotionen, schäumte es von Schönheit und Verlust“. Theodore Conraths Eberbacher Großvater Emil Krauth, der nach Amerika auswanderte und ihn förderte, malte um 1900 das Bettendorff’sche Tor und Wecker’sche Haus, das auf dem Titelbild zusehen ist. Der Beitrag, indem auf die amerikanischen Zweige der Eberbacher Familien Conrath und Krauth eingegangen wird, wurde für die Drucklegung von der Schriftleitung ins Deutsche übersetzt.

Theodore Conrath war der amerikanische Großcousin der bekannten Eberbacher Künstlerin Hanna Breidinger-Spohr. Willem van Dijk fasste für das Geschichtsblatt bisher unveröffentlichte Tagebucheinträge von Hanna Breidinger-Spohr aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zusammen und bebilderte diese mit passenden Zeichnungen aus ihrer Feder, darunter zwei Bilder des Bunkerbaus am Ohrsberg, die bisher nicht veröffentlicht wurden.Rainer Hofmeyer knüpft an die NS-Thematik mit zwei Beiträgen an. Er erinnert mit neuen Erkenntnissen an die Verfolgung des Eberbacher Juden Salomon Simon Leibowitsch und dessen Ehefrau in der Zeit des Nationalsozialismus sowie an die Deportation der jüdischen Bevölkerung nach Gurs im Jahre 1940.

Die 175-jährige Historie des Turnvereins Eberbach (1846-2021) wird von Gisela Fleck sehr anschaulich beschrieben. Ein weiteres Jubiläum hatte 2020 der Männergesangverein Liederkranz Eberbach: Andreas Held blickt auf die 175-jährige Geschichte zurück. Beide Beiträge sind mit zahlreichen historischen Aufnahmen und Farbbildern versehen.Stadtarchivar Dr. Marius Golgath geht auf die vor 200 Jahren erfolgte Kirchenunion zwischen Lutheranern und Reformierten in Baden ein, die dieses Jahr auch von der evangelischen Kirchengemeinde Eberbach gefeiert wurde.Kulturamtsleiter Tobias Soldner verfasste einen Rückblick auf die 40. Auflage des Eberbacher Frühlingsfestes im Jahre 2019 und weckt damit die Vorfreude auf das nächste Frühlingsfest. Ebenfalls berichtet er über das 40-jährige Bestehen der Musikschule Eberbach (1979-2019).

Über das lokale Lied „Uff der Ewwerbacher Brick“ berichtet Hubert Richter, der den Song als „Turmwächter vom Ohrsberg“ mit Sahin Hacikoglu in einer modernen Version aufnahm.Ein Beitrag zur Auflösung des Eberbacher Bezirksamts in den 1920er-Jahren stammt von Peter Zimber, der damit wieder ein spannendes lokalhistorisches Thema erforschte. Mit der alten Friedrichsdorfer Zeit befasst sich Christa Haas in ihrer Beschreibung der Haus- und Sozialgeschichte des Unterdorfes, die mit zahlreichen Aufnahmen von historischen Gebäuden bebildert ist. Auf die Siegel des Staufers Heinrich (VII.) geht Karlheinz Mai ein. Akribisch beschreibt er in seinem Beitrag die mittelalterliche Geschichte Eberbachs.

Wie in jedem Jahr wird das Geschichtsblatt durch die Archiv- und Museumsberichte, die Mitteilungen, die Ehrungen, das heimatliche Schrifttum, die Nachrufe, das Zeitgeschehen und dem statistischen Teil abgerundet. Die Mitteilungen, das Zeitgeschehen und die Statistik aus der Verwaltung dokumentieren für die nachfolgenden Generationen die lokalen Ereignisse während der momentanen Corona-Pandemie. Das Geschichtsblatt ist deshalb für die Zukunft ein wichtiges Zeitdokument! Das Geschichtsblatt 2021 hat 304 Seiten und eine Auflage von 800 Exemplaren. Die Drucklegung erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Gelita-AG, wofür die Stadt Eberbach herzlich dankt.

Das Geschichtsblatt kann bei der Tourist-Info (nach der Öffnung für den Publikumsverkehr), bei Buch-Greif und dem BuchHaus für € 11,50 erworben werden. Die Abonnenten bekommen das Geschichtsblatt direkt nach der Vorstellung per Post zugeschickt. Ältere Ausgaben (ab 1977) können zur Ergänzung der Sammlung über das Stadtarchiv bezogen werden.

 

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