Waschbären in Eberbach – Stadt informiert zur zunehmenden Problematik
In den vergangenen Monaten gab es insbesondere aus dem Norden Eberbachs, aber auch aus Pleutersbach Beschwerden über Waschbären. Bürgerinnen und Bürger berichten von umgestürzten Mülltonnen, verschmutzten Grundstücken, beschädigten Dachbereichen sowie Tieren, die auf Balkone gelangen oder sich Zugang zu Dachböden verschaffen.
Die Stadt Eberbach weist darauf hin, dass Waschbären nicht-heimische Wildtiere, sogenannt Neozoen, sind, die sich zunehmend an das Leben in Siedlungsgebieten anpassen. Ein wesentlicher Grund für die Ausbreitung im Wohngebiet ist das vorhandene Nahrungsangebot. Leider werden die Tiere teilweise weiterhin gezielt gefüttert. Dies führt dazu, dass Waschbären ihre natürliche Scheu verlieren und gezielt menschliche Siedlungen aufsuchen.
Bürgermeister Peter Reichert appelliert deshalb an die Bevölkerung:
„Wir nehmen die Sorgen und Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner sehr ernst. Waschbären sind Wildtiere und dürfen nicht an den Menschen gewöhnt werden. Nur wenn konsequent auf das Füttern verzichtet wird und mögliche Nahrungsquellen beseitigt werden, können wir die Situation langfristig verbessern.“
Auch der Umweltbeauftragte der Stadt Eberbach, Dr. Nicolà Lutzmann, weist auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung hin:
„Waschbären sind äußerst lernfähige Tiere. Finden sie in Wohngebieten regelmäßig Nahrung oder Unterschlupf, kommen immer mehr Tiere aus den umliegenden Waldgebieten nach. Deshalb ist Prävention der wichtigste Schritt, um Konflikte zwischen Mensch und Wildtier zu vermeiden.“
Was Bürgerinnen und Bürger selbst tun können
Um Waschbären fernzuhalten und Schäden zu vermeiden, empfiehlt die Stadt folgende Maßnahmen:
- Mülltonnen stets gut verschließen und möglichst erst am Abfuhrtag herausstellen
- Keine Lebensmittelreste oder Tierfutter im Außenbereich stehen lassen
- Kompostbehälter möglichst geschlossen halten
- Balkon- und Terrassentüren nachts schließen
- Kletterhilfen wie rankende Pflanzen, Äste oder leicht erreichbare Regenrohre sichern
- Dachöffnungen, beschädigte Ziegel und Zugänge zu Dachböden kontrollieren und abdichten
- Katzen- oder Hundefutter nicht dauerhaft im Freien bereitstellen
Bei Problemen mit Tieren in Gebäuden oder Futter-/Fütterungsplätze kann der Umweltbeauftragte der Stadt Eberbach oder der Wildtierbeauftragte des Landkreises kontaktiert werden. Die Stadt weist darauf hin, dass Waschbären nicht eigenständig eingefangen oder verletzt/getötet werden dürfen. Hierzu sollten Sie mit der zuständigen Unteren Jagdbehörde (Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis) Kontakt aufnehmen.
Nur durch konsequentes Verhalten aller Anwohnerinnen und Anwohner kann verhindert werden, dass sich die Waschbärenpopulation im Stadtgebiet weiter ausbreitet. Ziel ist es, den Tieren möglichst wenig Anreiz zu bieten, dauerhaft in Wohngebieten zu bleiben.
Die Stadtverwaltung bedankt sich für die Unterstützung und das verantwortungsvolle Verhalten der Bevölkerung.
Weitere Infos findet man auf der Seite www.bund-bawue.de/tiere-pflanzen/artenschutz/invasive-arten-in-baden-wuerttemberg/ oder beim Umweltreferent der Stadt Eberbach, Dr. Nicolà Lutzmann, nicola.lutzmann@eberbach.de, Telefon: 06271 87-259


