Neuvermessung der „Höchsten Douglasie im Odenwald“

Baum wächst auch im stolzen Alter von 130 Jahren noch in die Höhe

Und wieder einmal kam das Vermessungsamt – dieses Mal vom Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis - in den Stadtwald Eberbach, um den „Höchsten Baum des Odenwalds“ neu zu vermessen. Denn vielleicht hat die Eberbacher Douglasie zwischenzeitlich den Freiburger Baum „Waltraud“ an Höhe überholt? Gibt es doch seit Jahren einen Wettbewerb der beiden Städte darum, wer den Titel des „Höchsten Baumes Deutschlands“ für sich beanspruchen darf.

Aber – der Reihe nach:Bereits in den 1980er Jahren stellte der städtische Forstwirt Peter Sauer beim Zapfenpflücken fest, dass die Douglasien im Gratzert deutlich höher als die umgebenden Bäume sind. Man beschloss, die Höhe zu messen, indem er ein Lot vom Gipfel des Baumes herabließ; die damalige Messung ergab eine Höhe von 56 m.
Als Ende 1996 die Nachricht von dem „höchsten Baum Deutschlands“ in Emmendingen mit 58,50 m kursierte, erinnerte sich der damalige Forstamtsleiter Bungenstab an die Messung der 80er Jahre. Gemeinsam mit einer 9. Klasse des Hohenstaufen-Gymnasiums wurde der Baum im Frühjahr 1997 vermessen. Das Ergebnis waren stolze 62 m. Um diese Messung zu verifizieren, wurde im Oktober 1997 die Douglasie vom Staatlichen Vermessungsamt Mosbach offiziell vermessen und eine Höhe von 59,9 m festgestellt. Damit überragte sie den Emmendinger Baum um 1,40 m und galt somit offiziell als „Höchster Baum Deutschlands“.
Durch Funk und Fernsehen wurde dieses Ereignis Bundesweit bekannt. Medienwirksam wurde die Messurkunde 1999 von der damaligen Landwirtschaftsministerin Staiblin dem amtierenden Bürgermeister Martin überreicht. Ab diesem Zeitpunkt wechselte der Titel „Höchster Baum“ mehrfach zwischen Eberbach und Emmendingen, bis sich 2006 auch Freiburg in den Wettbewerb einreihte und den Titel nun für sich beanspruchte.
So beschloss man 2008, die Bäume von Studierenden der Universität Karlsruhe vermessen zu lassen – der „Höchste Baum Deutschlands“ stand jetzt offiziell in Freiburg; Eberbach besaß von nun an die „Höchste Douglasie im Odenwald“. Die letzte Messung der Freiburger „Waltraud“ im Jahr 2017 ergab eine stolze Höhe von 66,58 m.

Bei einem sommerlichen „Turmtreff“ erzählte der Förster Hubert Richter die Geschichte rund um den „Höchsten Baum“. Die Neugier einer Teilnehmerin, die beim Vermessungsamt Rhein-Neckar-Kreis arbeitet, war geweckt. Schnell wurde festgestellt, dass es sich bei dem damaligen Vermesser, Herrn Thomas Mayer, um einen gemeinsamen Bekannten handelte. Man einigte sich darauf, die Eberbacher Douglasie erneut zu vermessen, auch um herauszufinden, um wieviel der Baum zwischenzeitlich gewachsen war. Kürzlich war es soweit: unter den gestrengen Augen von Thomas Mayer und seinem Team (LRA Rhein-Neckar-Kreis) wurde eine amtlich bestätigte Höhe des Baumes von 65,57 m festgestellt. Damit war die Douglasie seit der letzten Messung 2018 um 80 cm gewachsen.

Mit dabei war auch Förster Max Kaufmann, der Nachfolger von Hubert Richter, der im November 2025 pensioniert wurde. Künftige Vermessungen werden nun in seiner Regie laufen.

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