Museum der Stadt Eberbach

05.10.2019-17.04.2020 | Odysseus und seine Zeit - Zinnfiguren erzählen Geschichte und Geschichten

Am Samstag, dem 5. Oktober 2019 wird im Museum der Stadt Eberbach um 17 Uhr eine neue Sonderausstellung eröffnet, in der es wieder einmal um traditionelles "Spielzeug" geht, diesmal um die Zinnfiguren.

Offensichtlich gibt es Zinnfiguren schon seit vielen Jahrtausenden. In der Antike waren sie Weihgeschenke für die Götter. In Deutschland sind sie seit dem hohen Mittelalter in religiösem Kontext belegt. In jüngeren Zeiten wurden sie als Lernspielzeug eingesetzt, um Kindern kompliziertere Zusammenhänge in Miniaturen anschaulich zu machen. Im 19. Jahrhundert wurden sie vor allem dem militarisierten Zeitgeist entsprechend als Zinnsoldaten zum Kinderspielzeug. In den letzten hundert Jahren hat sich von da aus das Herstellen von Zinnfiguren und ganzen Zinnfiguren-Ensembles mit kulturhistorischen Motiven und Themen als Hobby entwickelt, mit denen gern bestimmte Themen aus der Geschichte vorgestellt werden. Die kleinen Figuren wurden daher auch gern als Mittel zur musealen anschaulichen Präsentation in ganzen Dioramen verwendet, nicht mehr nur zur Veranschaulichung der räumlichen Zusammenhänge historischer Schlachten, sondern zur Verdeutlichung historischer und kultureller Begebenheiten. Dabei haben sie digitalen Modellen auch heute noch einen besonderen Reiz voraus hat.

In der diesjährigen Sonderausstellung steht ein allgemein bekannter Sagenstoff im Mittelpunkt, Homers großes Epos der "Odyssee". In diesem langen Gedicht stellten der frühgriechische Dichter die spannenden Irrfahrten und fantastischen Abenteuer des Odysseus und seiner Gefährten auf dem Rückweg vom eroberten Troja in seine Heimat Ithaka durch noch weitgehend unbekannte Mittelmeerwelt dar. Das Geschehen spielt mehrere Jahrhunderte zuvor in der mykenischen Welt der späten Bronzezeit und gehört damit in den zeitlichen Kontext des des Großreichs der Hethiter und des ägyptischen Neuen Reiches etwa des Pharao Ramses II. Auch auf dieses historische Umfeld wird die Ausstellung eingehen. Zur Eröffnung wird Dr. Matthias Weiss, Dozent für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, eine Einführung in das Thema und seine Umsetzung in Bildern und Zinnfiguren-Ensembles geben.

Zinnfiguren sind in der Regel nur wenige Zentimeter groß und reliefartig flach, können aber auch dreidimensional hergestellt werden. Sie lassen sich durch Gießen in Formen und anschließende Bemalung relativ leicht erstellen und waren darum immer beliebt. In seinem 1838 geschriebenen bekannten Kunstmärchen "Der standhafte Sinnsoldat" führt Hans Christian Andersens das Herstellungsverfahren und die damalige Funktion dieser kleinen Spielzeugfiguren vor Augen. In detaillierten Entwürfen und sorgfältiger Bearbeitung können so kleine Kunstwerke entstehen. Auch darüber wird die Ausstellung im Museum informieren.

In Eberbach gab es bis vor kurzem das Zinnfiguren-Kabinett im Haspelturm, das leider inzwischen aufgelöst worden ist. Im Haspelturm waren vor gut einem Jahrzehnt bereits einmal Szenen aus der Sage von Odysseus zu sehen. Daran knüpft die diesjährige Sonderausstellung an. Aus dem Bestand des Kabinetts wird das Museum der Stadt Eberbach übrigens demnächst das mit Zinnfiguren belebte Modell des alten Leiniger Hofes übernehmen.

Museumsöffnungszeiten: Di und Fr 15-17, Sa und So 14-17.00 Uhr, Eintritt frei

 

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