Gefährlicher Holzeinschlag am Breitenstein schreitet voran

Seit Ende letzter Woche ist bei sonnigem Wetter der Zugang zum Breitenstein wegen Forstarbeiten entlang der Straße und oberhalb der Häuser der Neckarhälde werktags von 7 bis 17 Uhr gesperrt. Viele Eberbacher bedauern dies, da gerade in Zeiten von Corona ein Spaziergang am Breitenstein verlockend erscheint.

Das Gebiet ist großräumig abgesperrt, um zu verhindern, dass Menschen bei ihrer Freizeitbeschäftigung in den Gefahrenbereich hineingeraten und verletzt werden können. Nicht immer ist hierbei die Gefahr erkennbar und auch wenn keine Motorengeräusche hörbar sind, können Bäume gerade gefällt werden.
Wie kann man sich solche Baumfällarbeiten vorstellen?
Oftmals stehen Bäume, die am Hang wachsen, ziemlich schräg nach unten. Das liegt daran, dass andere Bäume, die oberhalb stehen, das Licht wegnehmen. Auch unter Bäumen herrscht ein harter Konkurrenzkampf ums Licht: jedes Individuum möchte so viel Sonne wie möglich abbekommen. Also wachsen gerade am Waldrand die Bäume oft sehr schräg. Natürlich kann aber ein schrägstehender Baum nicht einfach nach unten in den sich vielleicht unterhalb befindlichen Garten oder gar auf ein Haus gefällt werden. Das bedeutet, dass der Baum über seinen Schwerpunkt hinweg nach oben gefällt werden muss, etwa wie eine Bodenluke, die über das Scharnier hinweg geöffnet wird. Also werden an dem Stamm zwei Stahlseilen befestigt - je höher, desto besser. Ein Forstwirt sägt nun die notwendigen Schnitte in den Baum und begibt, sobald er diese Arbeit beendet hat, aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich. Jetzt kommt die Rückemaschine zum Einsatz: diese steht in der Regel schräg oberhalb des Baumes, in unserem Fall auf dem Breitensteinweg oder dem Maschinenweg. Mittels Funkseilwinde werden die beiden Stahlseile langsam eingezogen und der schräg stehende Baum über seinen eigenen Schwerpunkt nach oben gefällt. Der Forstwirt trennt nun den Stamm vom „Stock“, indem die letzten Fasern durchgesägt werden. Anschließend wird der Baum entastet und von der Rückemaschine nach oben auf den Weg gezogen. Auch jetzt ist die Gefahr noch nicht vorbei: der Stamm kann sich aus den Seilen lösen und abrutschen. Oder er stößt gegen einen Stein oder Felsbrocken, der in Bewegung gerät und abrollen kann. Wer sich in diesem Bereich aufhält, ist in ernsthafter Gefahr.
 
Aber auch nach Beendigung der Baumfällarbeiten können sich noch abgebrochene Äste in der Krone eines Nachbarbaumes befinden, die dann plötzlich herunterfallen können. Das ist auch der Grund, weshalb nach einem Sturm oder Gewitter oft eine Warnung zu lesen ist, man solle Waldgebiete für einige Zeit meiden.
 
Vieles ist bei solch einer Maßnahme zu beachten und koordinieren: die Müllabfuhr muss während der Sperrzeiten die Behälter der Anwohner des Breitensteins leeren. Holz, das entlang der Fahrbahn zwischengelagert wird, muss verladen und an einen anderen Ort gefahren werden. Jeden Nachmittag wird die Straße zum Breitenstein von Ästen, Steinen und Blättern gereinigt. Kronenmaterial, welches entlang der Straße anfällt, wird gehackt. Hierfür kommen große Maschinen – ein Hacker und Containerfahrzeuge – die während des Hackvorgangs die Straße blockieren, so dass auch der Forstschlepper hier nicht passieren kann. Auch diese Arbeiten müssen aufeinander abgestimmt werden.
 
 
Leider wurde in den vergangenen Tagen mehrfach beobachtet, dass Sperrungen manipuliert sowie von Spaziergängern, Joggern, Radfahrern und Anwohnern nicht eingehalten wurden. Dies bedeutet, dass die Arbeiten jedes Mal unterbrochen werden müssen. Zudem begeben Sie sich und auch die Mitarbeiter der Stadtförsterei in Gefahr.
Wir möchten Sie daher nochmals eindringlich darum bitten, die Sperrmaßnahmen zu beachten!
 
Die Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis Freitag, den 3. April an. In diesem Zeitraum ist es vor 17 Uhr nicht möglich, zum Parkplatz Breitenstein zu gelangen. Bitte planen Sie eine Alternativroute ein – in Eberbach gibt es viele schöne Ecken, die man entdecken kann. Die Zufahrt zum Parkplatz wird nach Feierabend und an den Wochenenden geöffnet, allerdings ist die Parkmöglichkeit eingeschränkt, da in diesem Bereich Holz gelagert und Maschinen abgestellt werden.

StVE

 

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